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Eine neue Open Source Drupal-Distribution für den öffentlichen Sektor

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Die Debatte darüber, ob sich Open Source Software für den öffentlichen Bereich eignet oder nicht ist eindeutig überflüssig geworden. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die Diskussion zwangsläufig auf eines beiden folgenden Dinge hinausläuft: 1) die notwendigen aber nachrangigen Fragen bezüglich der Anwendung - Sicherheit, Regulierung, Beschaffung etc. werden geklärt oder 2) organisatorische Verwirrung darüber, wie erstgenannter Punkt bewältigt werden soll. Für beide Möglichkeiten gibt es wertvolle Fälle aus der Vergangenheit, und zwar sowohl im Regierungs- als auch im Nichtregierungsbereich, die es möglich machen zum natürlich folgenden nächsten Set an Fragen überzugehen.

Die Beständigkeit von Open Source Software

Die Diskussion sollt sich also nicht länger darum drehen, ob Open Source Software für Regierungen eingesetzt werden soll oder nicht, sondern darum, wie sie am besten eingesetzt werden soll um größtmögliche Benefits zu erzielen.
Diese neue Frage sollte vor allem in den IT Abteilungen der Regierungen, die lange Zeit von IT-Projekten dominiert wurden, die zu lange dauern, zu viel kosten und wenn sie dann fertig sind irgendwie nie so ganz ins Schwarze treffen, großen Anklang finden. Unternehmen und Non-Profit-Organisation aller Größenordnung konnten durch die Verwendung von Open Source Software deutliche finanzielle, operative und strategische Vorteile erziehen. Weitere Beispiele und Modelle aus der Vergangenheit: Linux ist zu einem der dominierenden Systeme geworden und Apache der Webserver, der für die meisten der wichtigsten Webserver weltweit operiert.

Das Problem ist, dass die Nutzung der Vorteile von Open Source Software im öffentlichen Bereich oft mit einigen Paradoxa beim Ausschreibungs- und Bewerbungsablauf verbunden sind. In unserem System weiß man nicht, wie man Vorteile aus Open Source Software ziehen kann. Regierungen sind daran gewöhnt alle Leistungen und Produkte nach Maß gefertigt zu erhalten und dafür haufenweise Lizenzgebühren zu bezahlen, deshalb kommt bei Open Source schnell der Gedanke auf, dass da irgendwo ein Hake sein muss.

Anstatt die Vorteile von erschwinglicheren und innovativen Open Source Lösungen in Anspruch zu nehmen, verlieren Regierungen an Schwung und werden von Konzernen in die Frage verwickelt, ob es vorteilhaft oder überhaupt ethisch ist, offen beigesteuerte Codes zu verwenden: Dürfen wir etwas verwenden, für das wir nicht bezahlen? Wie können wir solche Codes dann zurückverfolgen? Können wir Codebeiträge der auswärtigen Welt für unsere Regierungsangelegenheiten akzeptieren? Ist das denn sicher? Sollen wir unseren eigenen Code auch beitragen und für den Rest der Welt zugänglich machen?

Drupal arbeitet für die Bedürfnisse von Open Government

Sollte das Argument für die Einführung von Open Source noch weiteren Zündstoff brauchen, siehe den Push für Open Government auf der Seite des Weißen Hauses. Nun suchen wir “neue” Wege um Mechanismen voranzutreiben, die Transparenz, Partizipation und Kollaboration in den Online-Beziehungen zwischen Regierung und Bevölkerung fördern. Einige erfolgreiche Lösungen für Userkollaborationen wurden bereits auf verschiedenen Arten von Web-Seiten implementiert.

Geht man bei der Überlegung von Open Government und dem damit verbundene Regierungsauftrag aus, gewinnt eindeutig freie, kollaborative Saoftware, die auf Basis von offener, innovativer und effizienter Modulentwicklung erarbeitet und getestet wurde. Genau das sind Anwendungsfälle, für die eine Plattform wie Drupal gemacht ist: die Möglichkeit für User und Userinnen auf den Inhalt und die Onlinepolitik durch Kommentare, Ratings, Sharing, Onlineabstimmung und unzählige andere Social Media Integrationen zu reagieren und Einfluss zu nehmen.

Wie bereits in früheren Beiträgen dieser Seite erwähnt: Drupal entspricht voll und ganz diesen Anforderungen. Genau das ist das bevorzugte Anwendungsgebiet für Drupal, in dem seine Funktionsfähigkeit am besten zum Tragen kommt. Auf der Gov2.0 Expo wurde zu diesem Thema eine Session mit dem Titel Drupal and Social Publishing Strategies for Meeting the Open Government Directive gehalten.

Wahrscheinlich wird es einige Zeit dauern bis auch die Regierungs-CIOs und Webmanager gänzlich davon überzeugt sind - ebenso wie das bei Verlegern, NPO-Führungskräften, Verantwortlichen für Bildungsadministration und Entscheidungsträgern in dutzenden anderen Bereichen der Fall war. Zu berücksichtigen ist auch, dass die kommerziellen Verkäufer von Software und die Geschäftsleute in der kundenspezifischen Implementierung andere Pläne für die nächste Welle von gov2.0 verfolgen - und sehr wahrscheinlich haben auch sie einige gute Lösungen zu bieten. Aber vieles spricht für die Wahl von Open Source Drupal in diesem speziellen Aufgabenbereich von Open Government. Im Folgenden einige Punkte, wie das wirkungsvoll argumentiert werden kann.

Die Notwendigkeit einer Community-Open-Source-CMS-Option für Regierungen

Gegen Ende 2008 hat Phase2 Technology den Versuch unternommen eine Open Source Version von Drupal zusammenzustellen und zu veröffentlichen, die Online Publishern von Nachrichten, Magazinen und anderen Publikationen helfen sollte mit Drupal gleich loslegen zu können. Diese spezielle Drupal-Version für Onlineverleger heißt OpenPublish und wurde zu einem großen Erfolg. Das Projekt hat gezeigt, dass Drupal durch eine Distribution, die direkt an einen spezifischen Anwendungsbereich und die dazugehörigen Anforderungen adressiert ist, um einiges brauchbarer und weniger einschüchternd gemacht werden kann.

Nachdem also die letzten beiden Jahre damit gerungen wurde Regierungsseiten mit Drupal aufzusetzen, haben Phase2 Technology und Segments nun entschieden ein ähnliches Projekt, nur diesmal für den öffentlichen Bereich ins Leben zu rufen. Das Ziel ist es Drupal für Regierungen leichter zugänglich und funktionaler zu machen. Die Rede ist von OpenPublic. Auf die gleiche Weise wie OpenPublish Verleger dafür gewinnen konnte die Vorteile von Open Source mit Drupal zu nutzen, soll OpenPublic für den öffentlichen Sektor funktioneren.

Das Projekt ist durchaus erfolgversprechend und kann erheblichen Nutzen für Regierungs-Webseiten bringen, vorausgesetzt die folgenden 7 Punkte, bei denen gegenwärtig CMS häufig Mängel aufweisen, können erfüllt werden:

1. Einfacher Zugang

Regierungen sollten die Möglichkeit haben, ein Projekt oder einen Prototyp sofort und ohne langwieriges Ausschreibungsverfahren oder das Aufsetzen komplizierter Verträge zu starten: downloaden, testen, probieren und herumspielen. Kostenfrei. Heute. Unverbindlich.

2. Nachweisbarer Return on Investment.

Es sollte leicht darzulegen sein, dass der Steuerzahler/ die Steuerzahlerin erheblich höheren Nutzen aus dem gebotenen Service ziehen, wenn die Regierung nicht Unmengen von Geldern für die Neuerfindung von Funktionalitäten verpulvert, die an anderer Stelle bereits (frei) verfügbar sind, oder für gewerbliche Lizenzen bezahlt bloß um relativ allgemeine Funktionen (wie z.B. Core CMS Publishing) verwenden zu können.

3. Keine proprietäre Technologie oder Verkäufer Lock-In

Eine Software-Lösung sollte die Bundesregierung nicht an eine proprietäre Technologie fesseln oder eine Monopolsituation mit zwingenden wiederholten, vertragliche Zuerkennungen, Gebühren und Lizenzkosten nach sich ziehen, in der nur das betreffende Unternehmen profitiert, das der einzige Anbieter für die spezielle Technologie ist.

4. Niedrige Gesamtkosten für Eigentum

Es sollte leicht ersichtlich sein, wenn Behörden einen nachträglichen Aufpreis für Eigentumsrechte zahlen, der keine weitere Wertschöpfung mit sich bringt. Regierungen sollten keine jährlichen Zahlungen an Verkäufer bewilligen, die nur aufgrund der Verwendung von proprietärer Software anfallen und nicht aufgrund von echtem Nutzengewinn.

5. Flexibilität

Eine Regierung muss in der Lage sein eine Software-Lösung den sich laufend verändernden Gegebenheiten und Bedürfnissen anzupassen und die Lösung mit der Zeit zu verbessern, zu verändern, zu erhalten und auszuweiten.

6. Innovation und Beitrag der Community

Die Regierung sollte von den kontinuierlichen Beiträgen der Open-Source-Gemeinschaft profitieren, wenn zum Beispiel Lösungen von vorhergehenden Problemlösungen abgeleitet werden können. Auf diese Weise können Vorteile von einem breiten Pool an Talenten gezogen werden.

7. Minimale Beschränkungen für Erweiterungen

Die Regierung sollte auf der Plattform die Möglichkeit zu freiem und offenem Zugang zu Wissen, Codes, Training und Best Practices haben - soweit andere bereit sind zu teilen.

OpenPublic: Eine Gemeinschaftslösung

Die Entwicklung von OpenPublic ist das Ergebnis der Bemühungen der Drupal Community einerseits und Phase2 Technology andererseits zusammen mit Unternehmen wie Segments. Dabei wird verwendet, was bei der Erstellung früherer Drupaldistributionen gelernt wurde. Phase2 ist es ein besonderes Anliegen hervorzuheben, dass das Unternehmen keineswegs die Absicht hegt diesen Weg allein zu gehen. Der Grundgedanke ist vielmehr, dass die Qualität der Lösung und der Nutzen, den sie bringen kann, durch die Beteiligung der Gemeinschaft unendlich verbessert werden kann.

Es sind deshalb sowohl Leute mit technischer Erfahrung mit Open Source (vorzugsweise Drupal) gefragt als auch Personen aus dem Regierungsbereich selbst. Es wird darüber hinaus aktiv nach Feedback und Hilfe der Opengov-Community gesucht, die Events wie Open Government Workshops, das Gov2.0 Summit and Expo, die Open Government & Innovations Conference, Gov 2.0 Camp Berlin / Wien und das Transparency Camp verfolgt, ebenso nach Leuten, die sich in den Seiten / Blogs von GovFresh, GovLoop, OKNF und Sunlight Labs rumtreiben, posten und lesen.
Wenn du ebenfalls an Open Government und Open Source glaubst und helfen willst, sende eine E-Mail mit deinen Interessen und Ideen an Segments (openpublic at segments.at) oder verwende das Kontaktformular.

Siehe zu diesem Thema auch die Artikel und Blogeinträge auf http://segments.at/.

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